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No Humboldt 21!

Völkermord verjährt nicht


Nach mehreren Monaten Vorbereitung ging im Juni 2013 – pünktlich zur Grundsteinlegung für das Humboldt Forum im Berliner Schloß – die Kampagne „No Humboldt 21!“ online. Ziel der Initiative verschiedener NGO, die für ihre Resolution bereits damals breite zivilgesellschaftliche Unterstützung erhielten, war es, einen Baustopp für das postkoloniale Prestigeprojekt der Bundesrepublik zu erwirken, der eine breite gesellschaftliche Debatte über dessen Sinn und Unsinn ermöglichen würde.

Zwar konnte das geforderte Moratorium bis heute nicht durchgesetzt werden, dennoch hat sich eine erfeulich breite kulturpolitische Diskussion über genau die Fragen entwickelt, die wir schon damals gestellt haben: Wem gehören die Kulturobjekte aus kolonialen Kontexten? Gehören sie in den rekonstruierten Palast einer Familie von Sklavenhändlern, Kolonialherrschern und Völkermördern? Was für eine Form der Wissenschaft glorifiziert das Humboldt Forum? Warum werden die außereuropäischen Kulturschätze im Humboldt Forum der europäischen bzw. europäisierten Kunst nicht an die Seite, sondern gegenübergestellt? Und schließlich: wieviel Zynismus steckt in der Behauptung, die Kulturobjekte im Humboldt Forum könnten von den Nachfahren ihrer Schöpfer jederzeit besichtigt werden?

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Völkermord verjährt nicht!

In Vorbereitung der ersten Rückgabe menschlicher Gebeine aus Namibia durch die Berliner Charité hat sich im Frühsommer 2011 das Aktionsbündnis „Völkermord verjährt nicht!“ gegründet. Da abzusehen war, dass es der Bundesregierung am politischen Willen fehlen würde, war das ursprüngliche Ziel der beteiligten Aktivist*innen und Organisationen, den anreisenden Ovaherero und Nama eine respektvollen Empfang und ihrer Forderung nach Anerkennung, Entschuldigung und Entschädigung für den Genozid 1904-08 in Deutschland eine möglichst breite Öffentlichkeit zu bieten. Seitdem steht das Bündnis mit den regierungsunsbhängigen Herero- und Nama-Verbänden in regelmäßigem und freundschaftlichem Austausch.

Charité Berlin 05.03.2014 (Foto: Daniela Incoronato)

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