Tours

Seit der Gründung von Berlin Postkolonial im Jahr 2007 bieten wir interessierten Gruppen kritische Stadtführungen und Fortbildungsrundgänge durch das postkoloniale Berlin an. In der Regel sind die mit uns kooperierenden Referent*innen Nachfahren Kolonisierter, deren historische Erfahrungen und Positionen sich grundlegend von der im Westen vorherrschenden Sicht auf den Kolonialismus unterscheiden.

Der Mchagga M.S. Mboro, Vorstand von Berlin Postkolonial, berichtet über den Kolonialverbrecher Carl Peters (1856-1918), der wegen seines grausamen Regimes am Kilimandjaro auch nach über 100 Jahren nicht vergessen ist. Nach dem „Begründer“ der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ benannten die Nationalsozialisten im Jahre 1939 die Weddinger Petersallee. (Foto: M. Bieniok)

Tour durch das „Afrikanische Viertel“

Einen ersten Überblick über den deutschen Kolonialismusin Afrika bietet unsere Tour durch das sogenannte Afrikanische Viertel im Wedding (Berlin-Mitte). Die Führung durch Deutschlands größtes Kolonial(propaganda)viertel thematisiert Brandenburg-Preußen Versklavungshandel im späten 17. Jahrhundert, die gewaltsame Kolonisierung der heutigen Länder Togo, Kamerun, Tansania und Namibia sowie den antikolonialen Widerstand. Sie erzählt vom Genozid an den Ovaherero und Nama 1904-08 sowie vom verheerenden Maji-Maji-Krieg 1905-07 im heutigen Tansania. Der Rundgang berichtet vom Kampf um Unabhängigkeit und geht besonders auch auf erinnerungskulturelle Debatten der Gegenwart (Straßenumbenennungen, Restitutionen und Reparationen) ein.

Start: U-Bhf. Afrikanische Straße, Ausgang Swakopmunder Straße
Dauer: ca. 1 ½ -2 ½ Stunden
Ende: U-Bhf. Rehberge, Ausgang Otawistraße


Tour durch die historische Mitte Berlins

Unser Fortbildungsrundgang durch den historischen Stadtkern Berlins fokussiert vor allem auf die koloniale Geschichte der Stadt Berlin. Sie erzählt von Berlins aktiver Beteiligung am transatlantischen Versklavungshandel und von der Verschleppung Minderjähriger afrikanischer Herkunft an den brandenburgisch-preußischen Hof. Sie verweist auf Spuren der jahrhundertelangen Einbindung der Stadt in die auf Kolonialismus und Versklavung basierende Weltwirtschaft. Sie thematisiert die berüchtigte Berliner Afrika-Konferenz von 1884/85 und die ersten gemeinsamen politischen Aktivitäten der Schwarzen bzw. Afrikanischen Community in Berlin. Auch liegt ein Schwerpunkt auf dem Austausch über gegenwärtige Debatten, sei es zur Umbenennung der M*straße oder zur Errichtung einer zentralen Gedenkstätte für die Opfer des Kolonialismus.

Start: U-Bhf. Märkisches Museum, Ausgang Inselstraße
Dauer: ca. 1 ½ -2 ½ Stunden
Ende: U-Bhf. Möhrenstraße, Ausgang Wilhelmstraße